| Nordic Timber Council (NTC), Holzabsatzfonds, Pro Holz – die meist nationalen Holzreklame-Aktivitäten in eine paneuropäischen Holzwerbung umzubauen hat sich NTC-Geschäftsführer Jan Söderlind zum Ziel gesetzt. „Die Zusammenarbeit läuft besser als erwartet“, zog er Ende April im Gespräch mit der IHB Internationale Holzboerse in Stockholm eine Zwischenbilanz. Nachdem sich NTC im vergangenen Jahr über Holland und Frankreich dem Hauptaugenmerk Deutschland angenähert hat, scheint sich nun auch der traditionell etwas behäbigere deutsche Holzabsatzfonds auf den Weg Richtung Europa zu machen. „Vielleicht haben auch einfach die geringeren Budgets in Zeiten leerer öffentlicher Haushalte für den notwendigen Druck gesorgt“, gibt sich der Motor einer einheitlichen europäischen Holzstimme bescheiden. Konkurrenz zwischen den Organisationen sei fehl am Platze. Von einem Wettbewerb unter den unterschiedlichen nationalen Holzwerbungskonzepten hält Söderlind nichts: „Die Plastik- und Betonkonkurrenz treibt unsere Kreativität schon genügend vorwärts.“
Keine Tabus
Für Söderlind darf es auch in der künftigen Strategie keine Tabus geben. „Wir müssen Ingenieurshölzer in den Vordergrund stellen“, schreckt der Schwede auch nicht davor zurück, überzeugte Maissivholzsäger mit hochfestem Brettschichtholz, Paralam oder I-Joist zu konfrontieren. Diese Hölzer seien auf Grund ihrer technischen Leistungsfähigkeit ein wichtiger Imageträger. Söderlind vergleicht es mit der Autoindustrie: die Luxuslimousine Audi A8 habe nie die erhofften Absatzzahlen erreicht, der gute Ruf habe jedoch so große Auswirkungen auf den Absatz der Massenmodelle, dass sich die Produktion für den Autohersteller lohne. Zurück zum Holz: Von einem Hochtechnologie-Produkt überzeugte Architekten und Bauingenieure sollen die identifikationsstarken Persönlichkeiten werden, die den Holzabsatz in allen Gebieten voran bringen.
Diese im kruden Marketing-Deutsch oft „Testimonial“ genannten Meinungsmacher hofft Söderlind auch bei Umweltschutzorganisationen zu finden: „Die Umweltdiskussion muss aus dem Wald raus.“
Hausmacht notwendig
Bei diesen auf den ersten Blick für die Holzindustrie oftmals etwas bitteren Pillen ist es wichtig, dass die eigenen Reihen geschlossen sind. Trotz verschärfter Exportkonkurrenz auf traditionellen skandinavischen Absatzmärkten hat es der NTC-Geschäftsführer geschafft, die Mitglieder und NTC-Geldgeber von seinem Konzept der paneuropäischen Zusammenarbeit zu überzeugen. „Von einem größeren Kuchen haben alle mehr“, erinnert er an das große Ziel: 20 Mio. m3 Mehrverbrauch. |