| Interforst-Übersicht: Starkholzspalter und Meterholz-Prozessoren |
| 24/07/2006 - 16:14 |
Auch wenn auf dem Posch-Stand der neue SplitMaster mehr Holz-Matsch als ordentliche Scheite produzierte – Brennholzmaschinen um Starkholz zu zerkleinern waren der Renner auf der Interforst in München vom 12.-16. Juli. Zweiter Messetrend im deutlich gewachsenen Energieholz-Bereich auf dem Freigelände waren Maschinen zur Weiterverarbeitung von Meterholz. Zumindest in Teilbereichen könnte der Boom bei Brennholzmaschinen einen leichten Dämpfer erfahren: Eine strengere Kontrolle der Rundholzmengen an Brennholzhersteller ohne Gewerbeschein könnte den bei Säge-Spalt-Kombinationen der 10.000 €-Klasse bremsen.
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Posch SplitMaster: Holz ist keine Gurke
Kretzer: Ohne große Show Bewährtes weiter entwickelt
Innovationspreis für Meterholz-Bandsäge
Meterholz: Landrock setzt mit "Wesi" Maßstäbe
BGU und Vogesenblitz: Waagrechte Holzspalter mit Kraft
Zange oder Kegel: Wer spaltet dicke Stämme wirtschaftlicher?
Posch SplitMaster: Holz ist keine Gurke
Eigentlich ist die Idee des SplitMasters von Posch gar nicht schlecht: Nach dem Prinzip eines Gurkenhobels wird das bis 130 cm lange und maximal 60 cm lange Starkholzstück immer wieder über ein horizontales Messer geschoben. Bei den Vorführungen auf der Interforst lies der 35to-Stempel die Stücke aber steil in die Luft aufsteigen (siehe Foto links). Auch die weitere Aufteilung der 8-12cm starken Schichten gelingt nur unbefriedigend: die vertikalen Messer produzieren reichlich Holz-Matsch (siehe Foto unten). Dabei legte die Standbesatzung nicht einmal Starkholz mit den typischen Verwachsungen oder dicken Ästen auf. Welcher Brennholzhersteller hat schon Buchen-Stücke in Furnier-Qualität zur Verfügung?
Die von Posch anvisierte Zielgruppe der Meterholzproduzenten und Maschinenringe sollte sich überlegen, ob sich 23.000 € (ohne Kran) nicht besser investieren lassen.
Zur Weiterverarbeitung von Meterholz hat Posch eine neue CutMaster im Programm. Auf der Wippsäge mit hydraulisch verstellbaren Förderband lässt sich das traditionelle Brennholz-Format rationell weiterverarbeiten. Die federunterstützte oder hydraulische Wippe sowie zwei Einzugsrollen sorgen für Komfort. Die Leistung gibt Posch mit 10 rm/h an.
Ebenfalls für Meterholz ist die 2004 auf der KWF-Tagung in Groß-Umstadt gezeigte AutoCut 700 gedacht. Seit Februar ist das Schneidesystem patentiert (siehe IHB-Artikel vom 23.6.2004 - KWF: Brennholz schnell und bequem).
Kretzer: Ohne große Show Bewährtes weiter entwickelt
Seit 10 Jahren gibt es den Rotomat von Kretzer um Meterholz in ofenfertige Scheite zu zerkleinern. Und erst jetzt ist seine Zeit gekommen. "In den vergangenen 18 Monaten haben wir 40 Rotomaten ausgeliefert", freut sich Geschäftsführer Michael Kretzer. Die Gesamtzahl der Rotomaten liegt bei 180 Stück. Da die Maschine nun in Tschechien gebaut wird, konnte der Preis auf 15.000 € gesenkt werden– "deutlich attraktiver", wie Kretzer anmerkt.
Auf der Messe zeigte der oberschwäbische Familienbetrieb den Rotomat mit Fahrgestell. Lohnunternehmer können je nach Ausstattung mit bis zu 65 km/h zu ihren Kunden fahren.
Deutlich weniger spektakulär geht man bei Kretzer das Thema überdimensionale Rundhölzer an. Der neue Spaltknecht 900 verfügt über zwei Hubarme. Die vorgespaltenen Hälften können so abgelegt und bei Bedarf weiter bearbeitet werden. Mit einem Spaltdruck von 35to macht der Spaltknecht auch vor 1,3m langen Starkholz-Stücken nicht halt.
Zufrieden ist Michael Kretzer mit der Nachfrage nach der großen Säge-Spalt-Kombination. Bis Jahresende soll noch drei 450S ausgeliefert werden, davon ein Exemplar nach Holland und eines im Oktober nach Polen.
Innovationspreis für Meterholz-Bandsäge
Was viele Besucher beim flüchtigen Hinschauen für einen Ventilator hielten, ist die Beladetrommel der Brennholzsäge HST 700 von Trück Fahrzeugbau. Die Maschine kann nur von einer Person mit Meterholz beladen werden. Die Flügel transportieren das zwischen 2cm und 17cm dicke Holz von oben zur Bandsäge. Niederhalter sorgen für einen sauberen Schnitt. Obwohl die Scheitlänge fix bei 33cm liegt, war die Konstruktion dem Kuratorium für Wald- und Forstwirtschaft einen Innovationspreis wert.
Konstrukteur Christian Huber will mit der Maschine besonders Nebenerwerbsbetriebe bis 1000 rm/Jahr, Forstbetriebsgemeinschaften und Maschinenringe ansprechen. Die Leistung gibt Huber mit 5 rm/h an. Der Kaufpreis bei 11.000 €.
Meterholz: Landrock setzt mit "Wesi" Maßstäbe
Wenn es um hohe Leistung beim Weiterverarbeiten von Meterholz geht, kommt am "Wesi" von Landrock nicht mehr vorbei. Das komplette Meterholzbündel wird von den Greiferschalen umfasst. Innerhalb weniger Minuten ist das 1 rm fassende Bündel auf die gewünschte Scheitlänge abgelängt. Gerne wird der "Wesi" an Frontlader von Traktoren montiert, ist aber auch als Anhängerversion und stationär lieferbar. Die Hydraulikleistung sollte bei mindestens 72 l/min bei 210 bar liegen.
Den Schritt zwischen einer leistungsfähigen Säge-Spaltkombination zur Meterholz-Produktion und dem "Wesi" hat Landrock nun mit dem Bündelautomaten Sima gelöst (siehe eigenständiger Bericht in Kürze).
BGU und Vogesenblitz: Waagrechte Holzspalter mit Kraft
Wie sehr leistungsfähige Meterholz-Spalter nach wie vor gefragt sind, konnte man auf der Messe an Produktinnovationen erkennen. Bereits auf der Agritechnika im November 2005 zeigte BGU SP20HZM, der auf der Interforst noch einmal einem breiteren Forstpublikum präsentiert wurde. Von Mitbewerbern soll sich das Modell durch die kompakte Bauweise (Breite 220 cm, Tiefe 130 cm) abheben. Beim Transport am Drehpunkt steht kein Zylinder über den Traktor hinaus. Auch die Ladeklappe lässt sich wegklappen und ist beim Beschicken der Maschine mit leichten Stämmen nicht im Weg. Die Spaltkraft liegt bei 20to, der Zylindervorlauf bei 12,5cm/sec, der Rücklauf bei 8cm/sec.
Unterreiner Forstgeräte zeigte auf der Interforst den Holzspalter Vogesenblitz VBL 33to. Trotz außen liegendem Spaltzylinder weißt die Maschine mit 227cm x 150cm ebenfalls eine kompakte Transportstellung auf, allerdings muss der Zylinder auch beim Umsetzen über kurze Entfernungen eingeklappt werden. Besonderheit ist der hydraulische Stammheber, der sich gleichzeitig hebt und schwenkt. Ein Drehen des Holzes im Spalter wird so verhindert. Die Spaltkraft liegt bei 33to, der Zylindervorlauf im Lehrlauf 40cm/Sec und beim Spalten 14 cm/sec sowie im Rücklauf 21cm/sec.
Zange oder Kegel: Wer spaltet dicke Stämme wirtschaftlicher
Wer nicht nur Holzabschnitte bis 1m oder 1,3 m zerkleinern will, sondern ganze Stämme mit mehreren Metern Länge für Hacker oder Brennholzmaschinen passend zerkleinern will, landet schnell bei Spaltgreifern oder Kegelspaltern. Immer mehr Betriebe spalten das Holz vor, um zum einen die günstigen Starkholz-Angebote zu nutzen und zum anderen das Holz vorzutrocknen.
Die Fraktion der Kegelspalter präsentierten in München Lasco, vertrieben von Unterreiner Forstgeräte, und Landrock mit dem Starkholzbohrer "Masi". Die 500 kg schwere Vorrichtung für Bagger, Harvester oder Forwarder hat eine Hydraulikleistung von 120 l/min bei 240 bar. Damit lassen sich Stämme bis 150 cm Durchmesser aufteilen. Die Kosten liegen bei knapp 14.000 €. Die Leistung gibt Landrock mit bis zu 50 fm/h an. Das Schnellwechselsystem sorgt für geringe Umrüstzeiten.
Zu den Referenz-Kunden zählen in der Schweiz die Stadtförsterei Winterthur (Montage an Menz-Muck), in Mauren/Liechtenstein das Transportunternehmen Ritter (Montage auf HSM 208F) und Unterferrieden/Deutschland Matthias Koch (Bagger-Montage).
Bereits seit einiger Zeit ist der Bagger-Spalter Lasco auf dem Markt, vertrieben von Unterreiner Forsttechnik. Mit der Hydraulikleistung von 50 l/min bei mindestens 180 bar ist der "Lasco" auch für kleinere Trägerfahrzeuge geeignet.
Die Fraktion der Spaltzangen deckten auf der Interforst Eschlböck (siehe Interforst-Vorbericht vom 11.07.2006 - Interforst: Innovationen für Brennholz und Hackschnitzel),
Auer und Westtech. Während bei Auer die Greiferschalen nur zum Fixieren und Zentrieren des Stamm dienen und ein eigener Spaltkeil die Zerkleinerung übernimmt, übernehmen beim "Woodcracker" von Westtech die Greifer den eigentlichen Spaltvorgang.
Der "Woodcracker" lässt sich direkt an den Kran eines Baggers, Schleppers oder Rückewagens montieren. Alternativ lässt sich die Vorrichtung auch mit dem Holzgreifer packen. Die drei Modelle haben Zangenöffnungen von 600mm, 820mm und 1000mm. Die Spaltkraft erreicht bei 240 bar 26to. "Wir haben bei der Entwicklung der Zange großen Wert darauf gelegt, dass sie bereits auf kleinen Basisfahrzeugen einsetzbar ist", verweist Werner Steininger auf die Minimalanforderungen von 15 l/min und 170 bar Hydraulikleistung. Wer allerdings als Lohnunternehmer auf Leistung schauen muss, dem empfiehlt Steininger Basismaschinen mit 50 l/min und 200 bar. Der überwiegende Teil der bislang 60 gebauten Greifer verfügt auch über das optionale Autospeed-Ventil. Sobald der Widerstand des Baums gebrochen ist, fließt das Hydrauliköl über einen Bypass und die Zange kann schneller geschlossen werden. Die Kosten liegen zwischen 4650 € für das kleinste Modell und knapp unter 7000 € für den W1000. Für die meisten Unternehmer reicht bereits der W600 aus, da der Stamm nicht komplett umfasst sondern schichtweise abgetragen wird. Gegenüber Kegelspaltern Steininger den Vorteil, dass auch Starkäste abgezwickt werden können.
Der Auer-Greifer umfasst Stämme zwischen 20 und 60 cm. Die maximale Öffnung liegt bei 1200 mm. Der 160mm breite Spaltkeil drückt sich bis zu 45cm ins Holz. Bei 180 bar erreicht die Zange eine Spaltkraft von 22,5to, bei 200 bar 25to, die Fördermenge sollte zwischen 100 und 125 l/min liegen. Der Listenpreis liegt bei 6500 € (ohne Rotator). Der Vertrieb erfolgt Deutschland übernimmt Einsiedler Forsttechnik, in Österreich über den Fachhandel und Warenhäuser und in der Schweiz über Technica in Trogen. Seit der Österreich-Premiere im Herbst 2005 sind nach Firmenangaben 100 Exemplare ausgeliefert worden.
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| (IHB Michael Fehrle Fotos: Fehrle, Hersteller) |
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